Herkunft der Geldmittel: Warum Onlinecasinos Ihre Kunden überprüfen

Geldherkunft

Ein Riesengewinn im Onlinecasino – wenn das kein Grund zum Feiern ist! Stellen Sie sich vor, Sie haben den Jackpot geknackt, einen Treffer von ungeheurer Größe gelandet und Sie könnten nicht glücklicher sein. Doch dann werden Sie jäh aus Ihren Träumen gerissen und entdecken, dass das Casino Ihren Gewinn erst dann ausbezahlen wird, wenn Sie einen genauen Nachweis über den Ursprung des von Ihnen beim Wetten eingesetzten Geldes erbringen.

Es ist durchaus üblich, dass Kunden die Herkunft Ihres Geldes genau dann detailliert nachweisen müssen, wenn sie entweder einen Gewinn erzielt oder nach ein paar Runden weiterspielen möchten. Um Betrug und Geldwäsche zu verhindern, sind Casinos gesetzlich verpflichtet, von ihren Spielern einen Nachweis über die Herkunft deren Gelder einzufordern. Wenn Casinos dies nicht tun, riskieren sie faktisch ihre Lizenz zum Betreiben eines Gaming Servers für Online-Glücksspiele.

Geldmittelprüfung im Casino

Es ist leicht nachzuvollziehen, dass es viele Kunden verärgert, wenn ihr Onlinecasino, anstatt den erhofften Gewinn auszuzahlen, zunächst einen Legalitätsnachweis über ihre Geldmittel einfordert.

Kunden, welche ins entsprechende Schema passen, erhalten von ihrem Onlinecasino eine E-Mail, die sie auffordert, die Herkunft ihrer Geldmittel zu belegen. Sie konnten sich registrieren und möglicherweise über Monate oder auch Jahre völlig unbehelligt spielen. Weshalb nur, so fragen sich diese Kunden, muss ich diese Nachweise gerade jetzt erbringen?

Wie bereits erwähnt, warten die Casinos in der Regel bis ein Spieler einen größeren Gewinn erzielt oder bestimmte Suchkriterien erfüllt. Kunden, die nichts gewinnen oder für die das Spielen nur ein gelegentlicher Zeitvertreib ist, bekommen oft einen Riesenschreck, wenn sie plötzlich Auskunft über ihre finanziellen Verhältnisse erteilen sollen. Diese Gruppe entschließt sich möglicherweise sogar, mit dem Spielen aufzuhören oder wechselt zu einem anderen Onlinecasino.

Wenn der Kunde die Herkunft seiner Geldmittel erst nach einem größeren Gewinn offenlegen muss, ist er natürlicherweise recht kooperativ, ist er doch vor allem an einer Gewinnauszahlung interessiert. So können Casinos auch weiterhin davon ausgehen, diese vertraulichen Informationen zu erhalten, so frustrierend dies im Einzelfall auch sein mag.

Der Nachweis

Die Belege, die die Kunden vorweisen müssen, können dabei ganz unterschiedlich sein. Zu den häufigsten zählen:

  • Verdienstabrechnungen, sowie Nachweise über Dividenden und Pensionen
  • Kontoauszüge von Giro- und Sparkonten, aus denen hervorgeht, dass der Wertzuwachs aus einer vertrauenswürdigen Quelle stammt.
  • Eine Treuhandurkunde, die den berechtigten Anspruch auf Fondsanteile belegt.
  • Ein Kontoauszug über Gewinne aus Firmenanteilen
  • Ein datierter Nachweis über Zahlungen von Kunden
  • Jegliche Unterlagen, die die Zahlungsfähigkeit des Spielers beweisen

Nun gibt es jedoch Casinos, denen ein einzelner Nachweis nicht genügt, und einmal erfolgreich, fordern sie mehr und mehr Unterlagen von ihren Spielern. Immer wieder berichten Kunden, dass ihre E-Mails fortwährend ignoriert würden, obwohl sie genügend Belege eingereicht hätten. Andere mussten sich im Live Chat unfreundliche und unbestimmte Ausflüchte anhören. Manche Casinos geben vor, das Kundenkonto zu "überprüfen", um dann auf Rückfragen einfach nicht mehr zu reagieren.

Das Schließen von Accounts

Inzwischen existieren sogar Berichte, nach denen manche Onlinecasinos die Finanzunterlagen ihrer Kunden als nicht vertrauenswürdig genug ablehnten und das betreffende Konto einfach stilllegten. Auf diese Weise lösten sich die vermeintlichen Gewinne in Luft auf. Die entsprechenden Wetteinsätze bekamen die Kunden zwar zurückerstattet, aber der eigentliche Gewinn war für immer verloren.

Viele Onlinecasinos räumen den Kunden in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen eine begrenzte Frist ein, während der sie die legale Herkunft ihrer Geldmittel nachweisen müssen. Da sich die Casinos mit der Beantwortung der Kundenmails jedoch oft viel Zeit lassen, sind die gewährten Zeitlimite oft nur sehr schwer einzuhalten. Weigert sich ein Spieler, die entsprechenden Dokumente einzureichen, ist es den Onlinecasinos inzwischen erlaubt, den entsprechenden Kunden von weiteren Spielen auszuschließen oder seinen Account unmittelbar und unwiderruflich zu schließen.

Diese Vorgehensweise sorgt unter Spielern selbstverständlicherweise für großen Ärger und so haben zahlreiche Kunden ihr angestammtes Onlinecasino nach Monaten oder Jahren auch schon in der Hoffnung gewechselt, dass ihnen dies in einem anderen Casino nicht mehr passiert. Aber leider läuft es immer wieder auf das Gleiche hinaus.

Personenbezogene Daten

Einige Casinos fordern eine Fülle an Belegen, ohne diese wirklich zu benötigen. Lässt sich der Kunde in der Hoffnung auf seinen Gewinn darauf ein, soll er Gehaltsabrechnungen, Kontoauszüge und vieles mehr einreichen.

Teilweise werden diese persönlichen Daten dann an Dritte weiterverkauft. Diese Daten enthalten wertvolle Informationen über Wohnadressen, Einkaufsverhalten, Hobbys und ähnliches mehr.

Um dies zu vermeiden, sollten Kunden ihrem Casino nur die allernotwendigsten Informationen zukommen lassen. So können auf einem Kontoauszug alle nichrelevanten Angaben wie Adressen oder Zahlungen eingeschwärzt werden. Ein Onlinecasino sollte sich eigentlich mit einer Kopie der Steuerklärung zufriedengeben und keine weiteren Belege mehr einfordern.

Falls Casinos wiederholt nachhaken, ist es gut möglich, dass sie auf diese Weise Gewinnauszahlungen zu verhindern suchen. Wenn Sie sich als Kunde jedoch dazu entschließen den Forderungen nachzugeben, denken Sie daran, immer nur zwingend notwendige Informationen preiszugeben und alles andere auf Ihren Belegen unkenntlich zu machen.

Aber bitte denken Sie immer daran, Casinos sind gesetzlich dazu verpflichtet, Spielerguthaben zu überprüfen, und die überwiegende Mehrheit ist auch ehrlich und würde niemals personenbezogene Daten an Dritte verkaufen. Sie sollten sich jedoch bewusst sein, dass es durchaus schwarze Schafe gibt, die ein recht eigenartiges Geschäftsgebaren an den Tag legen.